Andreas Grüntzig-Herzkatheterlabor

​Eine medizinische Sensation: Was bis anhin als unmöglich galt, gelang dem jungen Mediziner und Forscher Dr. Andreas R. Grüntzig am 16. September 1977 erstmals am UniversitätsSpital Zürich. Er erweiterte dem herzinfarktgefährdeten Patienten Dölf Bachmann die verengten Herzkranzgefässe mittels eines von ihm entwickelten Ballonkatheters (PTCA). Die Behandlung der Koronaren Herzkrankheit (KHK), der häufigsten Erkrankung unserer Bevölkerung, wurde dadurch revolutioniert. Vor über 30 Jahren schob Andreas Grüntzig mit seinem Team beim Patienten Dölf Bachmann erstmals einen kleinen Ballon mittels einer Plastiksonde über die Beinarterie zu den Herzkranzgefässen vor. Das verengte Herzkranzgefäss des Patienten wurde mit dieser Methode erweitert und die Versorgung des Herzens mit Sauerstoff wiederhergestellt.


Grosserfolg für die Zürcher Kardiologie

Die Perkutane (durch einen Hautstich) Transluminale (via Blutgefäss) Coronare (Herzkranzgefäss-) Angioplastie (Aufweitung oder Dilatation), kurz PTCA, ist ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Forschungstätigkeit am UniversitätsSpital Zürich und eine epochale Methode zur nicht chirurgischen Behandlung einer Gefässverengung der Herzkranzarterie.

Die Sensation wurde Routine

Ein Jahr nach der Einführung der neuen Technik wurden weltweit 25 PTCA-Fälle, drei Jahre danach bereits über 1'000 Fälle registriert. In der Schweiz waren es 1989 2'000 PTCA Eingriffe, 1996 knapp 8'000. Heute werden weltweit pro Jahr weit über eine Million solcher Eingriffe durchgeführt. Dank dieser Innovation werden Millionen von Patientinnen und Patienten vor einem Herzinfarkt und damit vor einem möglichen Tod bewahrt.

Die Weiterentwicklung der PTCA steht nie still

Die PTCA, eine der bedeutendsten Schweizer Erfindungen wird laufend optimiert. Als Methode der sogenannten interventionellen Kardiologie wird sie heute hauptsächlich im Frühstadium koronarer Herzerkrankungen eingesetzt. Vielfach wird heute gleichzeitig ein kleines Metallgitterröhrchen (Stent) platziert, das der vormals verengten Stelle nach dem Entfernen des Ballons Halt gibt. 2001 wurden die Medikamenten-beschichteten Stents eingeführt. Die neuesten Studien zeigen, dass beim Einsatz von medikamentös-beschichteten Stents praktisch keine Restenosen (Wiedereinengung nach Ballondilatation an der erweiterten Stelle, aufgrund von Narbenbildung) mehr auftreten, da das Wachstum der Gefässmuskulatur und damit die überwuchernde Narbenbildung gehemmt werden. Damit können heute auch komplexere Fälle mit mehreren Einengungen an verschiedenen Herzkranzgefässen behandelt werden.

Grüntzig1.pngGrüntzig2.png
Links: Verengung der mittleren Herzkranzarterie (Pfeil) bei einem Patienten mit Herzbeschwerden. Rechts: Nach Ballon-erweiterung und Implantation einer Gerfässstütze (Stent) zeigt sich wieder eine durchgängige Herzkranzarterie (Pfeil)

Lancet, Vol. 361 (PDF)