Angeborene Herzerkrankungen im Erwachsenenalter

Etwa ein Prozent aller Neugeborenen kommt mit einem Herzfehler zur Welt. Die meisten erleben heute das Erwachsenenalter, brauchen aber eine lebenslange professionelle Betreuung und wiederholte Behandlungen. Um diese zu gewährleisten, arbeiten Spezialärzte des UniversitätsSpitals Zürich eng mit Kollegen des Kinderspitals und externen Konsiliarärzten in Sprechstunden, Visiten, bei Interventionen und Operationen zusammen.

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Dr. med. Christiane Gruner bei der echokardiographischen Untersuchung einer Patientin.

Angeborene Herzerkrankungen (kongenitale Vitien) gehören zu den häufigsten angeborenen Erkrankungen. Dank enormen medizinischen Fortschritten während der letzten Jahrzehnte können heutzutage die allermeisten dieser Herzerkrankungen erfolgreich behandelt werden. Mehr als 95% der betroffenen Patienten erreichen heutzutage das Erwachsenenalter. Entsprechend steigt die Zahl der Erwachsenen mit einer angeborenen Herzerkrankung stetig an und übersteigt heute die Zahl der betroffenen Kinder deutlich.

Langzeitverlauf

Auch nach einer erfolgreichen Korrektur können im Langzeitverlauf beispielsweise durch das Wachstum erneut Herzprobleme auftreten. Die meisten Patientinnen und Patienten bedürfen deshalb einer lebenslangen Betreuung durch Spezialisten, um Veränderungen der Herzfunktion und etwaige Komplikationen frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf richtig zu behandeln.

Die Sprechstunde für Erwachsene mit angeborenen Herzerkrankungen ist die primäre Anlaufstelle. Jede Patientin und jeder Patient wird langfristig von einem speziell ausgebildeten kardiologischen Kaderarzt betreut. Der betreuende Kaderarzt übernimmt die Koordination der Nachbetreuung, legt Abklärungsschritte fest und plant weitere Behandlungen oder Eingriffe, falls dies nötig wird.

Genetische Beratung

Die genetische Beratung richtet sich primär an Patientinnen und Patienten mit genetisch bedingten Herzerkrankungen. Dazu gehören insbesondere die hypertrophe Kardiomyopathie sowie genetisch bedingte Herzrhythmusstörungen. Die gut etablierte Sprechstunde wird von Dr. med. Christiane Gruner mit Schwerpunkt Hypertrophe Kardiomyopathie und Prof. Dagmar Keller-Lang mit Schwerpunkt Long QT- und Brugada-Syndrom geführt. Dabei wird auch eine enge Zusammenarbeit mit dem Universitäts-Kinderspital Zürich gepflegt, wobei dort behandelte Kinder von betroffenen Familien im Erwachsenenalter in unserer Sprechstunde weiterbetreut werden.

Teamarbeit

Die Betreuung von Erwachsenen mit angeborenen Herzerkrankungen ist vor allem Teamarbeit. Für die optimale Betreuung unserer Patientinnen und Patienten pflegen wir weiter eine enge Zusammenarbeit mit den betreuenden Hausärzten, anderen Spezialisten innerhalb der Herzabteilung (Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche), mit den Kolleginnen und Kollegen am Kinderspital und auch mit ganz vielen Spezialisten aus anderen medizinischen Fachgebieten am UniversitätsSpital Zürich. Dazu gehören Kolleginnen und Kollegen der Geburtshilfe, der Intensivmedizin, der Magen-Darm-Abteilung, der Abteilung für Lungenhochdruck und viele mehr.

Wir sind überzeugt, dass diese gute Vernetzung die Grundlage für eine optimale Behandlung unserer komplexen Patienten ist.

Anmeldung

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