Herztransplantation

Das Herztransplantationsprogramm wurde in Zürich im Jahr 1969 aufgenommen , d. h. 1½  Jahre nach der ersten Herztransplantation weltweit. Mit der Einführung von Ciclosporin als Immunsuppressivum begann der Aufschwung des Herztransplantationprogramms im Jahr 1985. Seither wurden in Zürich insgesamt mehr als 400 Patienten transplantiert. Die Zahl der Herztransplantationen ist im Jahr 2014 auf 16 (davon eine kombinierte Herz-Lungen-Transplantation) angestiegen. Zürich ist damit das Zentrum, an dem die meisten Herztransplantationen in der Schweiz überhaupt durchgeführt worden sind und in dem auch die meisten Patienten nachbehandelt werden (derzeit ca. 150 Patienten). Aufgrund dieser Erfahrungen finden sich sowohl im langfristigen wie kurzfristigen internationalen Vergleich, hervorragende Ergebnisse.

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Herztransplantation Zürich im internationalen Vergleich: Überlebensrate nach HTPL-Zürich 1984-2014 (Kaplan-Meier); internationale Überlebensrate nach HTPL 1982-2012 (Kaplan-Meier).

Die komplexe Nachbetreuung der Patienten erfolgt in einer spezialisierten Sprechstunde durch ein erfahrenes Team, da bei diesen Patienten im Verlauf spezifische und komplexe Probleme auftreten können. Regelmässige Endomyokardbiopsien erlauben eine frühzeitige Erfassung von Abstossungsreaktionen, die einer angemessenen Behandlung bedürfen. Die immunsuppressive Therapie führt umgekehrt im weiteren Verlauf zu häufigen Infekten und dem Auftreten von Tumoren, insbesondere Lymphomen.

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Endomyokardbiopsie durch Prof. Dr. Frank Ruschitzka

Das Management dieser Patienten erfolgt in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Herzchirurgen, Infektiologen, Immunologen, Onkologen, Hämatologen, Nephrologen, Dermatologen, Pathologen und Pharmakologen. Ein erfolgreiches Herzinsuffizienz- und Herztransplantationsprogramm ist nur möglich, wenn man sich zur Spitzenmedizin bekennt und Teamarbeit mit angrenzenden Disziplinen realisiert. Dazu hat das UniversitätsSpital Zürich im Herbst 2007 ein Transplantations-Zentrum eröffnet, in welchem die klinischen Zentren (Viszeralchirurgie, Hepatologie, Kardiologie, Herzchirurgie, Endokrinologie, Nephrologie u.a.m.) eng mit Immunologen, Pathologen und der Klinischen Chemie zusammenarbeiten. Aufgrund dieser Entwicklung haben die Konsultationen und Visiten in diesem Bereich stark zugenommen.

Kandidaten für eine Herztransplantation

Für Patienten mit einem biologischen Alter von weniger als 70 Jahren kommt als ultimative Behandlung auch eine Herztransplantation in Frage. In Anbetracht des chronischen Organmangels – in der Schweiz stehen jährlich für drei Zentren nur etwa 30-40 Spenderherzen zur Verfügung – müssen Patienten individuell sorgfältig im Hinblick auf eine allfällige Transplantation abgeklärt werden.

Neben der schweren physischen Leistungseinschränkung stellen auch eine nicht mehr behandelbare Angina pectoris sowie, trotz ICD und Medikamenten, unbehandelbare Rhythmusstörungen Indikationen für eine Herztransplantation dar. Potenzielle Kandidaten für eine Transplantation werden anlässlich eines stationären Aufenthaltes abgeklärt. Zunächst wird die schwer eingeschränkte Leistungsfähigkeit mittels einer Spiroergometrie objektiviert. Eine maximale Sauerstoffaufnahme von <12 ml/kg/min. ist mit einer schlechten Prognose assoziiert, weshalb dieses Kriterium von grosser Bedeutung ist. Mittels einer Rechtsherzkatheteruntersuchung kann die Hämodynamik beurteilt werden. Ein Cardiac-Index von <2 l/min/m2 stellt eine Indikation für eine Herztransplantation dar.

Gleichzeitig kann auch der Gefässwiderstand im Lungenkreislauf bestimmt werden. Ist der pulmonale Gefässwiderstand erhöht, verbietet sich eine Herztransplantation, da es unter diesen Bedingungen zu einem akuten Rechts-Herzversagen des durch die kalte Ischämie geschädigten Spenderherz-Transplantates kommen kann. Ausserdem werden Abklärungen zum Ausschluss schwerwiegender, die Prognose der Patienten (vor allem auch nach Einleitung der Immunsuppression) einschränkenden Erkrankungen, wie z.B. okkulte Malignome, durchgeführt. Neben den ausgedehnten somatischen Abklärungen wird der Patient durch psychosozial evaluiert und begleitet. Eingehende Gespräche mit Ärzten und insbesondere mit den in unserer Abteilung tätigen Pflegepersonal mit Zusatzausbildung in der Betreuung herzinsuffizienter Patienten gehören zur Vorbereitung auf eine Herztransplantation.

Indikationen für eine Herztransplantation

  • Schwer eingeschränkte Sauerstoffaufnahme (<12ml/min./kg)
  • Schwer eingeschränkte Hämodynamik (Cardiac Index <2l/m2)
  • Schwer eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit (NYHA III-IV)
  • ​​Therapierefraktäre Angina pectoris
  • Therapierefraktäre hämodynamisch wirksame Arrhythmie

 

Heart Team

Prof. Dr. med. Frank Ruschitzka

Prof. Dr. med. Markus Wilhelm

Dr. med. Stefano Benussi

PD dr. med. Frank Enseleit

PD Dr. med. Andreas Flammer
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