Herzinsuffizienz

Die Häufigkeit der Herzinsuffizienz (Herzschwäche) als Endstadium sämtlicher kardialer Erkrankungen hat in den letzten Jahren beeindruckend zugenommen, was sich auch in einem deutlichen Anstieg der Konsultationen der spezialärztlichen Herzinsuffizienz-Sprechstunde der Klinik für Kardiologie, sowie in der Anzahl an Herzunterstützungssystemen und Herztransplantationen niedergeschlagen hat.

Die Ursachen dafür sind vielfältig; wichtige Faktoren sind neben der Alterung der Gesellschaft die Häufigkeit der arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) und die mittlerweile hohen Überlebensraten nach akutem Koronarsyndrom (Herzinfarkt). Sowohl eine langjährige Hypertonie (vor allem, wenn sie schlecht eingestellt ist) als auch ein Herzinfarkt führen zu einer anhaltenden Einschränkung der Herz-Funktion und damit letztlich zur Herzinsuffizienz. Neben der Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Auswurffraktion (systolischer Pumpfunktion) gibt es auch eine Herzschwäche mit erhaltener Auswurffraktion, bei der eine erhöhte Steifigkeit des Herzens besteht, was in etwa gleich häufig auftritt.

Für Patienten mit komplexen Herzerkrankungen bieten wir spezielle Sprechstunden an. Hier sind insbesondere jene für ventrikuläre Unterstützungs-Systeme (Assist-Devices), die Sprechstunde für Systemerkrankungen (Amyloidose u.a.m), die Risikofaktor-Sprechstunde, sowie die kardio-onkologische Sprechstunde zu erwähnen. 

Personelles: Prof. Ruschitzka präsidiert die europäische «Heart Failure Association», die grösste Herzinsuffizienzgesellschaft der Welt. Ausserdem wurde Prof. Ruschitzka, der bisherige Leiter der Abteilung per 1.1.2018 zum Direktor der gesamten Klinik gewählt. Sein bisheriger Stellvertreter, PD Dr. Andreas Flammer, hat seine Stelle auf Anfang 2018 übernommen. Dr. J. Barthelmes hat den diesjährigen Abstract-Preis der schweizerischen Gesellschaft für Kardiologie und Dr. M. Nägele den «Swiss Lipid Award 2017» gewonnen.

Pharmakotherapie und Schrittmacher

Obschon die medikamentöse Therapie der neuroendokrinen Blockade mit Hemmern der Angiotensinbildung oder -wirkung (ACE-Hemmer, AT2- Rezeptorantagonisten), Betablockern und Aldosteronantagonisten in den letzten Jahrzehnten diesen Patienten ein längeres Überleben und eine bessere Lebensqualität ermöglicht hat, enden nach wie vor viele Patienten in einer nicht mehr therapierbaren Herzinsuffizienz, für welche die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit stellt heute die kardiale Resynchronisationstherapie mit Hilfe von Herzschrittmachern sowie eine Verhinderung des plötzlichen Herztodes durch implantierbare Defibrillatoren dar. Die Klinik für Kardiologie des UniversitätsSpitals hat sich in diesem Bereich zu einem international führenden Zentrum entwickelt: Nicht nur wurden hier schweizweit die meisten biventrikulären Schrittmacher implantiert, Zürich war auch führendes Zentrum der bisher grössten internationalen Studie in diesem Bereich (Echo CRT; Ruschitzka et. al. N Engl J Med. 2013 Oct 10;369(15):1395-405).

Die Listung und «Ventricular Assist Devices»

Vor der Listung von Patienten für eine Herztransplantation und deren Meldung an die Koordinationsstelle Swisstransplant in Bern werden die Befunde im Beisein des Patienten zusammen mit Spezialisten verschiedenster Fachrichtungen (Herzchirurgen, Herzanästhesisten, der Transplantationskoordination des USZ und den Kardiologen) diskutiert. Die Herztransplantation stellt damit kein Notfalleingriff dar. Bei Patienten mit schwerem Low-Output (Pumpversagen) kommt aber nicht selten ein mechanisches Unterstützungssystem (Ventricular Assist Device, VAD) zur Überbrückung der Zeit bis zur Herztransplantation zum Einsatz. Es hat sich gezeigt, dass sich unter Einsatz dieser Pumpen der anfänglich erhöhte Lungengefässwiderstand reduzieren lässt.

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