Interventionelle Behandlung

Die wichtigsten Erkrankungen an der Hauptschalgader (Aorta) sind die Erweiterung (Aneurysma), der Gefässeinriss (Dissektion) und die angeborene Verengung (Isthmus Stenose). Während ein Gefässeinriss meist plötzlich auftritt und von starken Schmerzen begleitet ist, kann eine langsame Erweiterung oder angeborene Verengung über viele Jahre unbemerkt bleiben. Früher war ein operativer Eingriff das Mittel der Wahl zur Behandlung von Erkrankungen der Aorta. Mit der Weiterentwicklung minimal-invasiver Therapien, bei welchen eine Gefässstütze (Stent) über die Leiste in die Hauptschalgader eingesetzt wird, können viele Patienten eine grosse Operation vermeiden. Insbesondere profitieren Patienten, die eine Erweiterung der Hauptschlagader und ein erhöhtes Operationsrisiko haben, von einem schonenden, minimal-invasiven Eingriff.

Eine interventionelle Behandlung der Hauptschlagader (Aorta) kann empfohlen werden bei
  • einem Durchmesser von mehr als 5.5 cm (Aneurysma)
  • angeborenen Verengung (Koarktation)
  • einem Gefässeinriss (Aortendissektion)

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Abb. 1 Einlage einer Gefässstütze in eine Erweiterung der Hauptschalgader von der Leiste aus.

Zur Abklärung der besten Therapie ist in der Regel eine Computertomographie der Hauptschlagader nötig. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kommt eine Magneteresonanztomographie als Alternative zur Anwendung. Wenn sich die Anatomie für eine Gefässstütze eignet, dann können ohne die Aorta abzuklemmen oder die Durchblutung der unteren Körperhälfte zu unterbrechen, von der Leiste aus eine oder mehrere Gefässstützen eingesetzt werden. Dadurch wird die Erweiterung ausgeschaltet, ein Einriss überdeckt oder eine Verengung aufgedehnt. Der Eingriff wird je nach Situation in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt. Nach dem Eingriff sind jährliche Kontrollen mit Bildgebung der Hauptschlagader empfohlen, um den Erfolg des Eingriffs sicherzustellen.

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Abb. 2 Angeborene Verengung der Hauptschalgader (A). Einlage einer Gefässstütze (B) in die Hauptschlagader von der Leiste aus. Verbesserte Durchblutung (C) (Current Cardiology Reviews, 2013, 9, 211-219)

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Publikationen

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Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie:
Thoracic Endovascular Aortic Repair (TEVAR) for the treatment of aortic diseases: a position statement from the European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS) and the European Society of Cardiology (ESC), in collaboration with the European Association of Percutaneous Cardiovascular Interventions (EAPCI).
Grabenwöger M, Alfonso F, Bachet J, Bonser R, Czerny M, Eggebrecht H, Evangelista A, Fattori R, Jakob H, Lönn L, Nienaber CA, Rocchi G, Rousseau H, Thompson M, Weigang E, Erbel R.
Eur Heart J. 2012 Jul;33(13):1558-63.

Vergleich zwischen Operation und minimal-invasiver Behandlung:
Endovascular aortic repair versus open surgical repair for descending thoracic aortic disease a systematic review and meta-analysis of comparative studies.
Cheng D, Martin J, Shennib H, Dunning J, Muneretto C, Schueler S, Von Segesser L, Sergeant P, Turina M.
J Am Coll Cardiol. 2010 Mar 9;55(10):986-1001.

Kanadische Empfehlungen zur Behandlung der angeborenen Verengung der Hauptschlagader:
Canadian Cardiovascular Society 2009 Consensus Conference on the management of adults with congenital heart disease: outflow tract obstruction, coarctation of the aorta, tetralogy of Fallot, Ebstein anomaly and Marfan's syndrome.
Silversides CK, Kiess M, Beauchesne L, Bradley T, Connelly M, Niwa K, Mulder B, Webb G, Colman J, Therrien J.
Can J Cardiol. 2010 Mar;26(3):e80-97.

Letzte Aktualisierung: 28.09.2017 | Verantwortlich:
Dr. Dr. med. univ. (A) Ronald K. Binder