Aortenchirurgie

Geschichte und Moderne der Aortenchirurgie, am USZ

In den 1950.er Jahren hat Charles Dubost [Ref] als erster erfolgreich ein Aortenaneurysma chirurgisch behandelt. Dabei wurde eine auf über 5 cm angeschwollener Aorta (normaler Aortadurchmesser ist um 2cm) mit einer Kadaveraorta ersetzt. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten hat sich der Aortenersatz mittels Plastikprothese perfektioniert und dabei wurden hunderttausende sonst gesunde Patienten vor einer Aortenruptur geschützt. Um einen Aortenersatz vor zu nehmen muss der Chirurg den Bauch und/oder den Brustkorb eröffnen. Der Aortenersatz reicht von paar Zentimetern bis zum quasi kompletten Ersatz, je nach Ausdehnung der Aortenerkrankung. In den 1980.er Jahren wurden erste Katheter-gestützte Endoprothesen implantiert [Ref]. Seit dem hat sich diese minimal-invasive und schonendere endovaskuläre Methode (EVAR: EndoVascular Aneurysm Repair) zur Behandlung Aortenerkrankungen  hat sich in den letzten Jahren definitiv etabliert und es werden nun weltweit mehr Patienten endovaskulär als offen operiert. Diese Entwicklung ist auch in der Schweiz zu erkennen. 

EVAR zeigt ganz wesentliche Vorteile gegenüber einer offenen Operation. Der Eingriff, welcher unter örtlicher Betäubung und meisten nur mittels Gefässpunktion(en) durch die Haut erfolgt, ist viel weniger belastend für den Organismus und kann deswegen auch ambulant durchgeführt werden [Ref]. Die gleiche Technik kann an verschiedenen Segmenten der Aorta angewendet werden, auch bei Notfällen [Ref]. Aortenprothesen mit Seitenärmschen erlauben es sogar wichtige Seitenäste anzuschliessen. Auch ist es möglich, falls ein Abschnitt der Aorta welcher zunächst nicht behandelt wurde, weil er gesund aussah und später erkranken sollte, Reinterventionen mit der Katheter-Methode durchzuführen. Insgesamt ist es heutzutage möglich fast die gesamte Aorta mit EVAR zu behandeln. Einzig die Aortenwurzel, am Herzansatz, ist noch zu komplex für diese Methode. 

Diese Vorteile von EVAR für den Patient erfordern aber deutlich anspruchsvollere Abklärungen und Chirurgenfähigkeiten als bei einer offenen Operation. Der Eingriff muss sehr sorgfältig geplant werden. Meisten ist dafür eine Komputertomographie (CT) notwendig. Letztere erlaubt es die Zugangswege und Prothesen genau auszuwählen. Eine Fehlplanung und/oder misslungene Prothesenimplantation lässt sich nur sehr schwer beheben und erfordert sehr viel Aufwand, zeitlich und vom Material her. In der bald 20-jährige Erfahrung am USZ sind >1500 Patienten endovaskulär versorgt worden und nur selten, vor allem in der Anfangszeit, musste ein Patient wegen einer Fehlfunktionierender Endoprothese mittels offener Operation behandelt werden. Um die Sicherheit trotz komplexeren Anatomien zu gewährleisten sind am USZ seit einigen Jahren Komputer (Simulatoren) im Einsatz, in denen die Daten der CT geladen sind. In diesen Simulatoren kann der Eingriff 1:1 trainiert werden, was sich auf die Qualität des Eingriffes auszahlt [Ref].

Zusammengefasst ist es am USZ heutzutage möglich, nach einer bald 20-jähriger Erfahrung und Weiterentwicklung, die meisten Aortenerkrankungen minimal invasiv zu behandeln. Die kurz- und mittelfristigen Ergebnisse sind deren der offenen Chirurgie überlegen. Einige Patienten können nicht direkt davon profitieren, da entweder die Zugangsgefässen oder die Aorta und/oder ihre Seitenäste zu sehr erkrankt sind. In solchen Fällen kann mittels vorbereitender Bypasschirurgie oder externer Wandverstärkung die erkrankte Aorta später doch noch minimal invasive behandelt werden.

Krankheiten die mit EVAR behandelt werden können

Aortenaneurysma (Aortenbogen, Aorta thoracica und/oder Bauchaorta, Beckengefässen)

Aortendissektion  (Aortenbogen, Aorta thoracica und/oder Bauchaorta, Beckengefässen)

Aortenruptur (Aortenbogen, Aorta thoracica und/oder Bauchaorta, Beckengefässen)

Abbildungen

  1. Verlaufskontrolle mittels CT nach ambulante Versorgung eines Bauchaortenaneurysma
  2. EVAR von einem Aortenbogenaneurysma
  3. EVAR von thorakalem und abdominellem aortenaneurysma
  4. Komplexe offene und endovaskuläre Behandlung von ausgedehnter Aortendissektion
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Letzte Aktualisierung: 15.06.2017 | Verantwortlich:
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